Spinnennetz für/gegen wirre & wilde Träume

In der aktuellen Ausgabe des LandIDEE-Magazins, September & Oktober 2016, ist eine Bastelanleitung für einen Traumfänger enthalten:

Traumfänger selber - und der Gedanken hinter ihnen - haben mir schon immer gut gefallen, aber ich konnte mich nie für einen entscheiden, irgendetwas war immer dran, was mich dann letztlich von einem Kauf abhielt. Selbermachen? Ja, nur fehlte der richtige Moment, die Inspiration dafür. 

 

Das Bild in diesem Heft nun, das brachte etwas in mir zum klingen, zwei noch dünne Haseläste schnitt ich mir von einem Busch, bog sie zurecht und dann lag der (Fast-)Kreis erst einmal über Nacht auf dem Tisch, bis ich mir am Morgen einen Rest Kauni- und Isager-Garn nahm und mit dem Fadenlegen begann. Den Stern zog ich einmal noch ganz nach, hielt dann inne. Sollte das für mich wirklich ein Drudenfuss werden? Ich dachte über die Bedeutung dieses alten magischen Symbols nach, erinnerte mich an den über dem Schlupf in der altertümlichen Stadtmauer von Kaufbeuren:

Von dort aus führten mich meine Gedanken hinüber zum Begriff der Kulturellen Aneignung, der zur Zeit immer wieder mal mehr, mal weniger heftig durch Blogland wabert. Ich seh mir diese Diskussionen immer wieder sehr interessiert an, allerdings mit sehr viel Abstand, denn letztendlich bedeutet Kultur für mich auch Inspiration, Austausch, Annehmen und Abgeben durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch.

 

Letztendlich wuchs in mir der Wunsch nach etwas ganz einfachem, eigenem und was gäbe es für das Auf- und Festhalten ein besseres Symbol als ein Spinnennetz?!

 

Mein Spinnennetz ist kein symmetrisch gegliedertes und strukturiertes. Es ist ein erprobtes, ein festes. Kräftig ausgebessert hat es die silberne Spinne an durchlässigen Stellen, damit auch wirklich nichts entwischt, was nicht durch ihre Fäden hindurch soll. 

 

Mein Spinnentraumnetz soll für mich schön aussehen und gleichzeitig ein märchenhaftes Symbol sein und das geht nicht ohne den ungekrönten König des Waldes, den Fliegenpilz!

 

2013 strickte ich u. a. meinen Schafwolligen Wollpilz für eine Bücherausstellung und dekorierte ihn danach immer wieder neu in der Wohnung herum. Die letzten Monate stand er in einem Bücherregal, nun ergänzt er das Spinnennetz. Begleitet von meiner tschechischen Weihnachtsspinne und zwei handgeschnitzten und -bemalten Holzfliegenpilzen, die ich in einem Antiquitätengeschäft, ebenfalls in Tschechien, entdeckte und die vor Jahren der Vater des Inhabers einst selber für den Christbaum der Familie angefertigt hatte. 

Viele wunderschöne Erinnerungen stecken so in meinem Fänger und erfreuen mein Herz:

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