Auf den Fuss gekommen

Gestern am Gehweg:

 

"AchGottachGottachGott, FRAU EV, achGottachGott, was ist ihnen den SCHRECKLICHES passiert?"

"Alles o.k., ich habe einen Hallux."

"Was?"

"Valgus. Hallux Valgus."

"Was?"

"Hammerzeh."

"Was?"

"Arthrose. Ich habe Arthrose."

"AchGottachGottachGott, wie SCHRECKLICH, sie haben sich was GEBROCHEN!!!"

"Nein, mir geht es gut. Das war eine OP. Eine geplante."

"Was?! Ach ja, gut, ja."

 

Ab hier habe ich es dann vorgezogen, mich dem Gespräch durch einen Krückensprint zu entziehen ;).

 

War fast so lustig, wie die unerfragten Horrorstories, die ich im Vorfeld immer wieder erzählt bekam von kurz vor Bein ab, schrecklichem Krankenhauspersonal, unfähigen Ärzten katastrophalen Komplikationen, unerträglichen Schmerzen, furchtbarsten Ergebnissen und monatelangen Folgekrankheiten durch Magen-Darm-Beschwerden und ähnliches, kurz allem, was wohl jede schon einmal erlebt hat, die schwanger, krank, operiert wurde oder einen Schnupfen bekam. 

 

Ich habe einen Hallux. Geerbt. Von Mama und von Papa. Mit exzessivem Highheelgenuss kann ich leider nicht dienen. 

 

Vor ca. einem Jahr veränderte sich der Stand meiner Großzehe. Erst unmerklich, dann immer deutlicher. Ich konsultierte drei Ärzte, alle waren sich bei der Diagnose und dem anschließenden Procedere einig. Ein OP-Termin wurde festgelegt und vier Wochen davor, wurde der Zeh sehr biestig, nervte, zog und schmerzte an jedem einzelnen folgenden Tag, sodass ich zum Schluss froh war, dass der Termin schon fix und fertig ausgemacht war. 

 

Mit Horrorstories kann ich nicht dienen. Schöne Klinik, sehr nettes Personal, vom Empfang, über die Verwaltung, die Pflege, bis hin zu den Ärzten. Nichts ging schief, die sehr liebe Anästhesistin scherzte mich bis in den OP hinein. Auch nach der Narkose alles tippitoppi, keine Komplikationen, keine Schmerzen. Dass das Krankenhausessen und ich keine Freunde wurden, daran war nicht die Klinik schuld, sondern meine Allergien. Am nächsten Tag durfte ich wieder nach Hause. Verbandswechsel kein Problem, Heparinspritzen auch nicht, die setze ich mir selber, wobei da die Überwindung, sich die erste zu setzen, immer am schlimmsten ist. 

 

Mittlerweile sind auch die Klammern raus. Doch, ja, das war unangenehm, aber nicht, weil da jemand was falsch machte, aber auch da gibt es nichts, was mit einem beherzten Eissprayeinsatz nicht zu überleben wäre. Möchte ich trotzdem nicht noch mal haben. 

 

Wie gesagt: Alles ist gut. Die Naht juckt immer wieder, als würde sie unter Strom stehen, aber sie heilt und ich brauche schon lange keine Schmerzmittel mehr.

 

Ich bin froh, dass ich mich für die OP entschieden habe, denn Jucken hin oder her, alles kein Vergleich zu den Problemen vorher! 

 

Lasst Euch also keine Horrorstories erzählen und noch besser - erzählt selber keine, denn es gibt wohl niemanden, der vor einem operativen Eingriff keine Ängste, Befürchtungen oder ein mulmiges Gefühl hat. 

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Elena (Samstag, 30 Juli 2016 07:51)

    Ja, genau so ist es.
    Und es liegt natürlich immer auch am Menschen, wie etwas gesehen bzw. verkraftet wird.
    Deshalb: erfreulich, wie sich die Dinge bei Ihnen entwickeln.

    Viele herzliche Grüße
    Elena

  • #2

    Ev (Samstag, 30 Juli 2016 09:12)

    Liebe Elena,
    ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar :) - ich gebe Dir recht, das ist alles sehr subjektiv und ich bin sehr, sehr, sehr froh, dass es mir so gut geht.
    Liebe Grüße Dir,
    Ev

  • #3

    Elli pirelli (Montag, 01 August 2016 20:28)

    Schön ,daß alles gut verlaufen ist. Wünsch Dir liebe evi und dem lieben mütterli,meine liebe hannilein, gute genesung!thinking of you. Lots of love
    Elli xx