Mein Knuspersommerbeitrag

Im Knusperstübchen findet auch in diesem Jahr der Knuspersommer statt und dieses Mal bin ich mit dabei:  

Hier bei uns hat sich der Sommer in den letzten vier Wochen von seiner feuchtesten Seite gezeigt und die Schuhe, die ich am häufigsten, auch im Büro, getragen habe, sind tatsächlich meine Gummistiefel. 

 

Das Ernten im Garten ist bis jetzt hauptsächlich ins Wasser gefallen, aber die letzten zwei sonnig heißen Tage habe ich kurz vor Ernteknapp doch noch unserem Rhabarber widmen können.

 

Zum einen habe ich Rhabarber-Streusel-Muffins gebacken und zum anderen gleich einen großen Topf mit Rhabarberkompott für den Winter gekocht. 

 

Ich koche und backe für meine Leben gerne, aber seit meiner Diabetesdiagnose im letzten Jahr ging mir meine Freude daran ganz schön flöten. Was darf ich jetzt noch backen, kochen, essen? So viele unterschiedliche Wege gibt es: Low-Carb, sagen die einen, andere, auch bei Typ 2, raten vehement dazu, konsequent Broteinheiten zu zählen, ganz viel Eiweiß zu essen oder aber gleich gar keines mehr, vegan muss es sein, aber bitte niemals das Fleisch vergessen, 5 Mal am Tag Obst und 5 Mal am Tag Gemüse, 5 Mahlzeiten am Tag oder - nein - nur drei und dazu muss man unbedingt Hunger verspüren, undsoweiterundsofort. Nach einem Jahr war ich komplett frustriert, überinformiert, ratlos und voller Fragen. Mittlerweile hatte ich, völlig unerwartet und zum großen Glück, ein ausführliche Gespräch mit einer sehr kompetenten Diabetesberaterin, die es geschafft hat, dass ich wieder Licht am Ende des Tunnels sehe und ja, meine Freude am Kochen & Backen kommt so langsam wieder zurück. Anders wie vorher, aber nicht schlechter, nur eben anders :). 

 

Mit der Zutat Zucker in Rezepten gehe ich mittlerweile rigoros so vor, dass ich diese von vorne herein um mindestens 50 % reduziere. Natürlich bekommt so manches einen ganz anderen Geschmack, eine ganz andere und neue Intensität (oder ehrlicherweise auch erst einmal nicht mehr) ... aber ich schweife ab, hier kommen sie, meine beiden Rezepte mit den köstlich sauren Stangen:

 

Rhabarber-Streusel-Muffins:

Zutaten für ein Muffinbackblech:

230 g Rhabarber

2 Eier

40 g Zucker

das Mark einer Vanilleschote

1 Prise Salz

200 ml Buttermilch

100 ml Sonnenblumenöl

250 g 1050er Dinkelmehl

1 Tl Weinsteinbackpulver

Für die Streusel:

40 g Zucker

1 Prise Salz

80 g Süßrahmbutter

150 g 1050er Dinkelmehl

 

Zubereitung:

Den Rhabarber nach dem Waschen und dem evtl. Schälen längs halbieren und in kleine Stücke schneiden. 

Die Streuselzutaten miteinander verkneten.

Das Mehl mit dem Backpulver gut vermischen und sieben.

In einer großen Schüssel die Eier, Salz, Zucker, das Vanilleschotenmark, die Buttermilch, das Öl und die Rhabarberstückchen miteinander verrühren. Nun die Mehl-Backpulver-Mischung von Hand unterheben, bis die Mischung schön feucht ist, nicht länger, damit die Muffins beim Backen fein locker bleiben. 

Nun den Teig in das mit Papierförmchen ausgefüllte Muffinblech füllen, die Streusel darüber verteilen, leicht andrücken und im auf 185° C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen goldgelb backen, was so ungefähr 25 Minuten dauert.

 

Nicht-Diabetiker dürfen im Rezept die Zuckermenge gerne verdoppeln, die Muffins danach mit einem süßen Frosting überziehen oder mit Puderzucker - jeder so, wie er es möchte oder verträgt.

 

Vanille-Rhabarberkompott:

Zutaten:

1.500 g Rhabarber (gewaschen, geputzt, geschält)

3 El Zitronensaft

3 El ungesüßter, reiner Apfelsaft

200 g Zucker

2 Vanilleschoten (das Mark herauskratzen, die Schoten in ca. 1 - 1,5 cm lange Stücke schneiden)

 

Zubereitung:

Den vorbereiteten Rhabarber in ca. 2 cm lange Stücke schneiden, mit den Säften, den Zucker, dem Vanillemark und den Vanilleschotenstückchen vermischen und mehrere Stunden ziehen lassen. Den sich bildenden Saft auf keinen Fall abgießen, der Rhabarber wird mit ihm gekocht.

Den Rhabarber samt Sud für höchstens 5 Minuten kochen lassen. Die Kochzeit ist sortenabhängig, kann durchaus kürzer oder länger ausfallen, man sollte allerdings auf jeden Fall darauf achten, dass die Stückchen nicht völlig zerfallen.

Nun in noch warme, sterilisierte Gläser einfüllen, Deckel drauf, fertig. 

 

Auch für das Kompott gilt, was ich oben bei den Muffins geschrieben habe. Es lässt sich beliebig auf andere Zutaten umbasteln, wenn man keine Vanille mag, sondern z. B. Sternanis oder Zimt.

 

Es schmeckt, nicht nur später in der kalten Jahreszeit, absolut köstlich zu Vanillepudding, Panna Cotta, Grießschnitten oder mit Quark oder Joghurt als Füllung in Pfannkuchen.

 

Guten Appetit ;)!

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