Stadtpflanzen

Von allen Anarchisten ist mir die Natur die liebste. Ganz davon abgesehen, dass sie auch die fröhlichste und bunteste ist!

 

Eine Stadtpflanze bin ich definitiv nicht. Ich bin mit Leib und Seele ein Dorfplänzl und das möchte ich auch bleiben. 

 

Ich gehe gerne in die Stadt, wenn es die ist, die ich liebe, die ich schon Jahre kenne, die mir so vertraut ist und an und in der ich doch immer wieder Neues entdecke.

 

Das Samenkorn zur Idee, die morgendliche Wege mal unter einem ganz anderen Aspekte zu sehen und vor allem zu erleben, gab sie hier - die förmlich ausbricht. Von ganz unten her aus einem Kellerfenster. Dort, wo die Blicke meist nicht hängenbleiben:

Die Natur folgt ihren eigenen Gesetzen, lässt sich pflanzen, gestalten, aber nicht eindämmen. Wie hier geht sie glücklicherweise stur ihre ganz eigenen Wege und es wäre zu schade, diesen keine Aufmerksamkeit zu schenken.

Meine Stadt kennen alle. Das Schloss, den Philosophenweg, den Neckar, Karzer, all die Kultur und Wissenschaft. Die Wege abseits der pulsierenden Hauptstraßen bergen so viel wunderbares, wenn man den Kopf einfach mal hebt, sich von der Phantasie führen lässt. Wo findet man denn sonst große Fenster in alten Fassaden, die es schaffen, aus einem sich spiegelnden Baum den Blick in einen monetschen Teich erträumen zu lassen?

Blühende Kunst liegt in den Auslagen - pass auf kleine Fliege, dass dich die Kanne nicht verschlingt:

Veilchenpoesie lässt ihre Bänder fliegen:

Was wäre eine altehrwürdige Universitätsstadt ohne Alliumni ;)?!

Pralle Blütenfülle drängt sich zwischen, über, drunter raus:

So wird das, was alltäglich ist zum Abenteuer, man selber zum Entdecker neuer, noch unbekannter Welten, und das, was wir sonst, ohne es noch zu merken, mit Füßen treten, ist plötzlich voller Schönheit:

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Kommentare: 2
  • #1

    Jana (Samstag, 11 Juni 2016 18:25)

    Wie wunderschön, liebe Ev! Ich liebe es so sehr, den Blickwinkel zu verändern und das Wohlvertraute völlig neu entdecken zu können. Als ich noch in der Stadt wohnte, und immer mal wieder die Gewohnheit Einzug hielt, stellte ich mir ab und an selbst Aufwach-Aufgaben für Stadtspaziergänge. Eine zum Beispiel: Ich finde die schrillsten Farbkombinationen. Es machte so Freude! Dein Post erinnert mich gerade daran.
    Hab es gut und sei herzlich gegrüßt von
    Jana

  • #2

    Ev (Sonntag, 12 Juni 2016 15:29)

    Oh, Jana, ich freu mich grad so sehr über Deinen Kommentar :)!!! Und ich danke Dir für Deine Worte - und mach es bei meinen Wegen durch die Stadt gerade so wie Du mit diesen Aufgaben. Es gibt so viele Neues, was sich in seit Jahren vertrautem entdeckten lässt.
    Meine herzlichsten Dir,
    Ev