2015 - Mein Jahr mit und ohne Wolle

Januar

Das Jahr und dieser Monat begannen mit Altschnee. Das Monatsende kam in Form eines glücklichen absolvierten Ausbildungsendes und von Brotkäfern im Mischbrot und davon so vielen, dass mein Mann sich wie ein Star im Dschungel fühlte. Ich hatte Geburtstag und wir besuchten in der Textilsammlung Max Berk die grandiose Internationale Filzkunstausstellung ... in Bewegung. Außerdem war's schön und lustig im ausnehmend leckeren Gundelsheim:

 

Strickausbeute - ein Poncho und Socken für mich, Mützen für den Gatten und mich:

 

Februar

Wie schon im Januar sehr viel Arbeit und kein Ende in Sicht. Das erste Baby des Jahres kam zur Welt und die erste Zahnarztspritze des Jahres wurde gesetzt. Ersteres sehr erfreulich, letzteres das genaue Gegenteil.

 

Strickausbeute - Babyschühchen, Socken und Schlüsselringsöckli:

 

März

Die Zahnarztquälerei samt Spritzen ging weiter, mein Körper machte Probleme, Mütterli feierte Diamantene Konfirmation und der Quittenkater schleppte eine unversehrte, lebendige Maus in die Wohnung. Jippieh - der erste Flohmarkt des Jahres! Wir tdas 1. Kurpfälzer Wollfest in Leimen und Silke und ich konnten beweisen, dass wir mittenmang dabei waren:

 

Selbstmachausbeute - eine Couchjacke:

 

April

Die Selbermachersaison begann lecker mit ganz viel selbst geerntetem Bärlauch. Flohmarktliebe ♥ und noch mehr Liebe von meinem Mann: Er überraschte mich mit einem so spontanen wie ungeplanten Besuch beim diesjährigen Wollfest in Backnang. Ich wurde sauer, denn mein Blut ist zu süß. Sag mal, Diabetes, hast Du denn kein eigenes Zuhause?!

 

Gestrickt - Socken: 

 

Mai

Da die Arbeit nicht abriss, machten wir daheim passend weiter und begannen zu renovieren. Zwei Wochen setzen wir dafür an, worüber wir im Nachhinein immer mal wieder verzweifelt lachten. Ein leckerer Bruch bei der Lieblingsfreundin und der letzte Besuch einer Kreativmesse in diesem Jahr, dafür war es dann aber auch die größte, nämlich die Nadelwelt in Karsruhe.

 

Gestrickt mal wieder nur ein Paar Socken:

 

Juni

Ich nahm mutig an einer Diabetesstudie teil und schaffte es, mich so zu verkrampfen, dass die beidseitige Vernadelung in eine Adernpopelei ausartete, aber ich war hart und zog das durch. Auch die Venenentzündung danach schien kein Zuhause zu haben. Mein Immunsystem klatschte in die Hände und zeigte mir, was 'ne ordentliche Harke ist. Das erste knallharte Sommergewitter war da und ich saß zum ersten Mal seit unendlichen Jahren mal wieder ängstlich auf dem Balkon. Der letzte Tag des Monats war die Kirsche auf dem Topping mit einer Panikattacke im Zahnarztstuhl, als die Spritze gezückt werden musste, aber ich war hart und zog das durch (sic!). 

 

Gestrickt - ein Viajante:

 

Juli

Meine Mutter und ich brachen zu unserem alljährlichen Mutter-Tochter-Urlaub auf und der Sommer startete durch mit Temperaturen über 40° C. Wir aßen ein unglaublich unterirdisches Allgäuer Schnitzel in einem Metzgerei-Imbiss in Babenhausen, sagenhaft gut indisch im taj-mahal in Memmigen und beim Eberl in Hattenhoffen beste bayrische Küche (keine Ahnung, wo das Schnitzelfoto blieb):  

 

Ein Sommergewitter nahte und mit den ersten Regentropfen befreite ich eine Wespe aus meiner Auslage und merkte erst danach, dass sie mir ein beidseitiges Dankeschön hinterlassen hatte.  Feierte den Urlaubsbeginn mit dem jüngsten Kind mit einer Sushi-Einladung.

 

Gestrickt - Nullkommagarnix wegen einem akuten Anfall temporärer Sommerstrickunlust, durch quälendes Vielzuheiß.

 

August

Eigentlich wollten wir den Schlusspunkt auf unsere Renoviererei setzen, uneigentlich guckten wir in der unglaublichen Hitze niedlichen Straußenbabies zu und Kakteen an:

 

Lernte, dass 39,6° C Fieber zu haben bei Temperaturen von weit über 30° C gar nicht so schlimm ist, da man sowieso schwitzt. Und dann: Endlich zum Urlaubsende wurde es innen und außen kühler, wir fuhren zum Pommes-Essen nach Belgien und brachen zu einer Tauber-Kanutour auf, die wir von unseren Kindern zur Silberhochzeit geschenkt bekamen - sehr genial war das ♥ - und überaus wiederholenswert. 

 

Gestrickt - unglaublich aber wahr in der größten Sommerhitze einen federleichten Sommernachtstraum:

 

September

Ein Monat voller tollster Flohmärkte. Die familieneigene Optikerin passte mir die beste Brille meines bisherigen Lebens an, was mich sehr froh macht und ich muss mich damit abfinden, dass sich mein linkes Auge unwiderruflich eintrübt. Wir renovierten weiter und kochten ohne Ende Äpfel, Quitten, Aronia und noch mehr ein.

 

Gestrickt - Stricken? Was ist das denn?

 

Oktober

Wir sammelten und genossen Keschde in der Pfalz und ich experimentierte mit ihnen in der Küche herum. Hurra, schönestes, goldenes Herbstwetter war da! Eigentlich die perfekte Zeit für Pilze, wenn es denn nun mal endlich geregnet hätte, einzig mein Mütterli schaffte es, ein Körblein Rotfußröhrlinge zu sammeln. 

 

Und es wurde wieder gestrickt: Inchworm-Schalhänger wurden fertig, herbstglitzrige Socken und ein Dragon-Cowl:

 

November

Ja, zuviel Arbeit war und blieb noch immer ein Thema, das z. T. bizarre Ausmaße annahm, aber unsere Renovierung neigte sich erfolgreich dem Ende zu - was ein wunderbares Glück! Mein Mann überraschte mich mit einem aufregenden, schönen, spannenden, lustigen Kurzurlaub in Tschechien ♥!

 

Gestrickt - Willkommenssöckchen für einen kleinen Mann und Adventskalendersocken für meine Mutter:

 

Dezember

Arbeitstechnisch ließ es dieser Monat noch einmal so krachen wie zu Jahresbeginn. So wie wir das Jahr mit einem Geburtstag begrüßten, so beendeten wir es auch mit einem Geburtstag. Ich freue mich noch immer jeden Tag am Renovierereiergebnis, während schon neue Pläne für das nächste Zimmer geschmiedet werden. Ich liebe die Adventszeit, die voller Ideen, Farben, Werkelei und emsigen Küchentreiben ist. 

 

Gestrickt habe ich nur Korkenpilze - neben all den Basteleien und anderen Rezepten:

 

Fazit

Dieses Jahr war ein anstrengendes, voller Freude zwar, aber auch voller Sorgen und auch der einen oder anderen Angst um geliebte Menschen, aber für uns wurde und ist alles wieder gut geworden und das ist die Hauptsache, es ist das was zählt.

 

Mein Jahr war voller Bücher: Wenigen schlechten und ganz vielen guten. Auch voller Handarbeiten, aber nicht ganz so viel, wie ich es lieber  gehabt hätte.

 

Ich durfte viel erleben, wofür ich überaus dankbar bin. Zu merken, dass ich älter werde, ist nicht immer einfach für mich, aber mein Leben hielt und hält so vieles Schönes bereit, das ich mich darüber nicht beschweren möchte. Ich möchte lachend und neugierig weiter älter werden, voller Verständnis und nicht bitter, voller Groll und besessen von der Überzeugung, mich über Dritte zu erheben. Ich bin gesegnet mit den Menschen, die mich in meiner Familie umgeben, das ist der größte und wundervollste Schatz in meinem Leben. 

 

Und ich habe Freunde. Ganz wundervolle!

 

Soviel zu meinem ureigenen Kosmos. 

 

Und drumrum: Da überwog und überwiegt in diesem Jahr viel zu oft das Grauen, was wir Menschen uns mit Hass, Gewalt, Krieg antun und der Natur. Manchmal fühle ich mich, als würde ich beim Zuschauen eines schlechten Scifi-Films in einem miesen, abgeranzten Plüschstuhl gedrückt werden und dann hoffe ich, dass unsere Kinder wieder bessere Zeiten erleben dürfen. Zeiten ohne Terror, Fremdenhass, Gewalt, Katastrophen. 

 

Kommt mir gut rüber nach 2016 - und meine besten Wünsche Euch dafür.

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