Noch mehr Schätze, Kurioses und Interessantes aus dem Burgmuseum

Nicht nur den Heiligen Reparat gibt es im Burgmuseum von Český Krumlov zu entdecken, sondern noch so viel anderes mehr und vielleicht kann ich Euch mit den nachfolgenden Photos ein bischen Lust darauf machen, dort selber einmal auf Erkundungstour zu gehen. 

 

Es ist ja beileibe nicht normal, dass in Museen fotografiert werden darf, wir hatten damit überhaupt nicht gerechnet und damit, dass es noch recht früh am Tag war, hatten wir auch großes Glück. Wäre das Museum voller gewesen, wäre die Kamera garantiert in ihrer Tasche geblieben. 

 

Chronologisch ist die Reihenfolge meiner Impressionen, die dem vorgegebenem Rundgang folgen. Festgehalten habe ich, was mir auf- und gefiel.

 

Schaut Euch mal diese gerahmten Autogrammkarten von SchwarzWeiß-Filmheldinnen an - so herrlich divös:

Gleich neben dem Heiligen Reparat findet sich eine Kollektion von prachtvollen Messgewändern aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts:

Da die Burganlage nie durch Kriege geschliffen wurde, hat sich natürlich ein Fundus vielfältigster Gegenstände erhalten, den zu entdecken einfach nur große Freude macht. 


So dieser Stuhl für zwei, in dem sich bestens von Auge zu Aug mit den besten Strickfreundinnen der Tag verbringen lassen würde:

Natürlich mit diesem entzückenden Tischlein deck dich daneben:

In diesem stilvollen Ambiente würde es bestimmt leicht fallen, nicht nur solch filigranen Fingerhandschuhe zu häkeln:

Ob die Liebe gerade asiatischer Besuchergruppen auch etwas damit zu tun hat, dass hier eine erstaunlich große Zahl an Asiatika-Exponaten zu bewundern ist?

Besonders aufgefallen ist mir auf dem rechten Bild das Paar in der Mitte des unteren Bildrandes, explizit die Frauenfigur mit ihren deutlich dargestellten Lotosfüßen:  

Leider fanden sich nicht mehr in jedem Raum in den dazugehörigen Behältern diese hilfreichen Erklärungsblätter, sodass ich, obwohl das Exponat die Nr. 10 hat, nicht mehr dazu sagen kann. Wirklich schade! Ob das verarbeitete Material vielleicht sogar Jade ist?


Der nachfolgende Raum zeigte die Einrichtung eines Boudoirs samt Waschtisch, Toilettenstühlen und Werbung für Haarteile:

Fragen über Fragen auch in Bezug auf diese Apparatur mit formenreichen vielfältigsten Glaskolben - sie scheint irgendwie und im weitesten Sinne der Körperpflege gedient zu haben. Oder ist diese Annahme ein Holzweg per se?

Auch die Aufschrift "Original Trisan" auf dem Kasten mit dem Regler in der Mitte hilft mir nicht weiter. Je länger ich vor ihm stand, um so mehr musste ich an die seltsamen Apparturen in Willkommen in Wellville denken, aber vielleicht ist auch das schon wieder zu weit hergeholt ...  

Der Knaller findet sich dann in Raum Nr. 4, der "Kanzlei des Verwaltungsdirektors", in dem in dieser Vitrine die ausgefallensten Gegenstände zu entdecken sind - im Hintergrund ist schon zu sehen, wie im Rundgang ein Raum in den anderen übergeht:

Über (fehlenden) Geschmack lässt sich bei diesem Kerzenständer trefflich streiten:

Und bei diesen Brillen musste ich sofort an Gary Oldmans kongeniale Dracula-Interpretation denken - sie hätten ihm bestens zu Gesicht gestanden:  

Sehr gut gefallen hat mir auch das darüber befindliche "Geschenk der Untertanen zur Fürstenfeier 1834":

Ob es dem Fürsten wohl goutierte? Auf den Schildchen ist links zu lesen "Oh Fürst sei hochbeglückt das wünscht dein Unterthan" und rechts "Still ist die Hütte doch laut das Geläut für das Fürstenhaus". Wer dafür wohl die Idee hatte? Wer führte sie aus und was hat das alles gekostet?

 

Auf die Schreibfeder wurde ein Porträt des österreichischen Kaisers Ferdinand I. gemalt (!), der mir bisher kein Begriff war und dessen Lebensgeschichte man eigentlich nur bedauern kann:  

In der Kanzlei eines herrschaftlichen Beamten des 19. Jahrhunderts dann ein wolliges Highlight:

Auf der Mappe rechts steht handschriftlich verzeichnet:


"Wollmuster von den am 6ten und 7ten May 1840 aus Oestreich, Ungarn, Schlesien, Mähren und Böhmen zur Ausstellung nach Wien gebrachten Schafen"


Ihr seht: Allein schon aufgrund handarbeitlicher Aspekte lohnt sich eine Reise hier her ;)!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0