Genießen im Zeichen der Quitte

Der große Quittenerntesegen möchte verarbeitet und genossen werden.


Wohlan:


Quittenkompott

Zutaten:

3 kg Quitten, die dann in dieser Reihenfolge: entflaumt, gewaschen, geschält, kernhausentfernt, geviertelt, ins Spalten geschnitten und gewürfelt werden, bis zur Verarbeitung in mit etwas Apfelessig versetztes Wasser einlegen, damit die Quittenstückchen nicht zu stark oxidieren.

300 g brauner Rohrzucker

1 ungespritzte Bio-Zitrone, entsaftet

1 Vanilleschote, das Mark herausgenommen und dann in kurze Stücke geschnitten

1 1/2 l Wasser

Zubereitung:

Das Wasser mit dem Vanillemark, den Vanillestangenstücken aufkochen, bis der Zucker sich aufgelöst hat, dann den Zitronensaft dazugeben.

Nun die Quittenstückchen in vorher sterilisierte (im Backofen bei 120° C - 10 Minuten, Deckel in kochendem Wasser für 10 Minuten ausgekocht) Gläser schichten, mit dem heißen Zuckersud aufgießen, Deckel fest aufschrauben.

Nun die Gläser auf einer Doppellage Küchenpapier in einen großen Topf stellen und mit heißem Wasser bis knapp über den Deckel aufgießen und die Gläser mit dem Kompott so einkochen = ab dem Moment, in dem das Wasser zum ersten Mal aufkocht, für 35 Minuten weiter kochen lassen. Die Gläser im Wasser erkalten lassen, bis man sie problemlos herausnehmen kann.


Quittensaft

Hier wird nichts ausgewogen, sondern einfach im Entsafterkochtopf entsaftet und dann noch kochendheiß in Flaschen abgefüllt. Ohne Zucker, ohne weitere Zusätze. So kann der Saft zu Gelee verkocht, als Saft getrunken und zu Sirup weiterverarbeitet werden.


Quittenstreuselkuchen

Zutaten:

1 kg Quitten

30 g frischer Ingwer

50 & 50 & 25 brauner Rohrzucker

1 Stange Zimt

200 g Süßrahmbutter

300 g Dinkelmehl

100 g gemahlene Mandeln

250 g 20 %iger Quark

2 Eigelb

1 Tütchen Vanillepuddingpulver

Zubereitung:

Die Quitten entflaumen, waschen, schälen, das Kernhaus entfernen, vierteln und die Viertel in je 4 Spalten schneiden. 

Den Ingwer fein würfeln und sich dabei keine Sorgen machen, dass der Kuchen später zu ingwerlastig sein wird, wird er nämlich nicht.

Die Quittenspalten mit den Ingwerwürfelchen und 50 g Zucker zusammen aufkochen lassen, nicht drüber nachdenken, ob da noch Flüssigkeit hinein soll, soll sie nämlich nicht. Dafür darauf achten, dass nichts anbrennt, immer schön rühren, sobald die Quitten-Ingwer-Zucker-Mischung "aufkocht", die Hitze runterschalten, Deckel auf den Topf und für eine Viertelstunden sanft dünsten lassen. Danach vorsichtig in ein Sieb abgießen und die Flüssigkeit, die beim Dünsten entstanden ist, abtropfen lassen, nicht wundern, ist nicht wirklich viel.

Nun den Backofen auf 200° C Ober- und Unterhitze vorheizen und aus Butter, 50 g Zucker, Mehl und den Mandeln Streusel kneten. 2/3 von der Streuselmasse in eine Kuchenform drücken, nicht vergessen, einen Rand mitzuformen. 

Den Quark mit dem abgetropften Quittensud, 25 g Zucker, dem Puddingpulver und den Eigelben verühren und gleichmäßig auf dem Streuselkuchenboden verteilen, darauf nun die abgetropften Quittenspalten und darüber das restliche Drittel Streusel verteilen. Ab in den Backofen für 40 Minuten, bis die Streusel sich goldgelb färben.

So lecker, dass sich sogar scheinbar eingefleischte Quittengegner Nachschub holen ;).


Quittenschleim

Quittenschleim ist ein altes und bewährtes Hausmittel, das mittlerweile leider und zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Quittenschleim lässt sich ganz einfach selber herstellen, alles was man dazu braucht, ist, dass man bei der Quittenverarbeitung darauf achtet, die unversehrt gebliebenen Quittenkerne einzusammeln und zu trocknen:

Über die Herstellung und Verwendung von Quittenschleim, könnt Ihr Euch HIER und hier und auch z. B. da informieren.  Ich setze mir den Quittenschleim bei Halsschmerzen auf und hab auch mein Mütterli schon damit versorgt, habe mir aber auch schon damit bei wunden Stellen im Gesicht geholfen. Hier auf diesem Photo habe ich die beginnende Schleimbildung eingefangen:


Zusatz in eigener Sache:

Wegen Diabetes im Haus sind die Zuckerzugaben in den Rezepte bereits sehr herunter reduziert. Hat man damit erst einmal angefangen, stellt man schnell fest, wieviel Zucker doch in manchen Sachen enthalten ist, dass man oft mehr Süße als Aroma schmeckt und dass man vieles, eben weil es viel zu süß schmeckt, auf einmal gar nicht mehr mag. Probiert einfach aus, wie Ihr es mögt, immer wieder mal ab- und reinschmecken beim Zubereiten und Kochen - und viel Spaß dabei - lasst es Euch schmecken!

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    annette (Montag, 12 Oktober 2015 19:51)

    ....tolle rezepte hast du da vorgestellt.....dankeschön
    lg
    annette

  • #2

    Anja (Freitag, 16 Oktober 2015 09:21)

    ... kann ich mich anschließen. Die Woche habe ich Quitten geschenkt bekommen und zu Quittenmus (ähnlich wie Pflaumenmus) verarbeitet. Da wir gerne Quittensenf essen, nehme ich etwas von dem Mus und verrühre es mit Dijonsenf (nur ganz wenig) in einem Schälchen. Schmeckt sehr gut zu Käse.
    Das Rezept zu dem Streuselkuchen werde ich mir merken, vielen Dank!
    lg
    Anja