DeutschDeutsches Silberjahr

Für mich sind Ost und West nur Himmelsrichtungen wie Nord und Süd. 

 

Als sich die Grenzen im November 1989 das erste Mal öffneten, war das für mich Freude pur. Die DDR war, ist und bleibt ein Unrechtsstaat für mich, auch bei goldenen Nussknackern. Die Grenze machte mir jedes Mal Angst, wenn sie in Sichtweite kam, noch mehr aber, wenn wir drüber fuhren. Das ist mir mit ganz schrecklichen Erinnerungen verbunden. Sie trennte Menschen und Familien, kappte Fundamente und Wurzeln. Die Folgen sind bis heute spürbar.

 

Ich hupte, winkte und freute mich bei jedem Trabbi den ich sah und ich habe es keinen Augenblick bereut, dass die Mauer fiel und das wird so bleiben. Jammerossi und Besserwessi sind blöde Allgemeinplätze, weil es für mich DEN Wessi genauso wenig gibt wie DEN Ossi, DEN Ostfriesen, DEN Allgäuer oder DEN Deutschen.


Natürlich sind diese Kategorien bei so einigen Menschen noch deutlich zu spüren. Es nervte und reizte mich zu unkontrollierbaren Lachanfällen, als ich auf die Frage im letzten Jahr "Frau Ev, wo fahren sie den im Sommerurlaub hin?" mit "Nach Mecklenburg-Vorpommern" antwortet und als Reaktion immer wieder "Wohin?" kam. 


Mecklenburg-Vorpommern.


Für mich Mecklenburg-Vorpommern, Du Schöne, voller netter und besonderer Menschen, die wir dort kennenlernen durften und unvergesslicher Orte.


Für manch einen wäre es vielleicht besser, sich einmal, nur ein einziges Mal, statt in einen Allinklusiveurlaub nach Jottweedee zu fliegen, unvoreingenommen auf Entdeckungsreise ins eigene Land zu begeben und zu sehen, was da an wunderbaren Überraschungen wartet. Ganz egal, ob das nun im Harz, Bayrischen Wald, Moselland, Erzgebirge, Kraichgau, Mecklenburg-Vorpommern oder in der Pfalz ist. 


Einfach Augen aufmachen und die Mauern in den eigenen Köpfen einreißen und sich freuen, dass es die reale schon 25 Jahre weg ist!


Ansonsten halte ich es mit diesem Mahnmal in Ratzeburg - denn unsere Geschichte, im Guten, wie im Schlechten, sollten wir alle nicht vergessen:

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