Homöopathie vs. Schulmedizin

In der Rhein-Neckar-Zeitung schlugen nach  einem Artikel über die Ärztin Dr. med. Natalie Grams und ihr Buch "Homöopathie neu gedacht" die Wellen sehr hoch. 

 

Wenn Ihr den Links folgt, geht es kurz darum, dass sie eigentlich ein Buch pro Homöopathie geplant hatte, sich das Ziel aber ins Gegenteil verkehrte, aber das könnte Ihr oben und auch in ihrem Blog selber  nachlesen.


Wir leben in einem freien Land und dürfen frei unsere Meinung äußern, die Reaktionen und Kommentare aber, die tragen dem zum Teil wirklich Hohn und sind für mich das wirklich interessante an dieser Diskussion.


Ich sage mir, dass der wichtigste Schritt der ist, ein mündiger Patient zu sein, selber entscheiden zu dürfen und zu können, welchen Weg der Heilung man geht, denn seien wir doch mal ehrlich, klüger ist man immer erst hinterher. Ich für meinen Teil lehne die Homöopathie nicht völlig ab, tendiere aber eher zur Schulmedizin oder noch besser, zu einer Mischung aus beidem, die mir am besten deucht. Dieses Recht, das ich mir nehme, gestehe ich im Umkehrschluss auch jedem anderen zu, verwehre mich aber dagegen, wenn mir Heilungsalternativen als die einzig wahren vermittelt werden wollen. Leider habe ich für mich die Erfahrung machen müssen, dass, ich nenn sie jetzt mal einfach so, die Argumentation auf der Homöopathenseite oft mit einer gewissen latenten Aggression geführt wird. So wurde angeregt, gegen die manifesten gesundheitlichen Einschränkungen (es ging nicht um einen Infekt oder eine Erkrankung, sondern um einen seit Geburt und weiterhin bestehenden Status quo) des jüngsten Kindes speziell aufbereitete Schweineföten zu spritzen, was für uns nicht in Frage kam, danach auch kein weiterer Besuch mehr in dieser Praxis, warum auch, wenn man sich sagen lassen muss, dass man als Eltern nicht daran interessiert sei, seinem eigenen Kind zu helfen. Für mich ist solch eine Einstellung eine unglaubliche Perversion.


Irgendwo in Blogland, schon Jahre her, schrieb irgendjemand mal von Kügelchenmüttern - wir haben das mal selber erlebt: Das jüngste Kind tobte im Zoo mit der Freundin, fiel hin und stand mit blutender Unterlippe wieder auf, noch bevor ich mein Kind erreichte, stand eine wildfremde Frau daneben mit geöffneter Kügelchenflasche und wollte, dass es einen Teil davon sofort schluckt. Ehrlich, ich bin fast geplatzt - irgendwelche Notfallkügelchen seien das und wenn man die schlucke, würde die Blutung sofort aufhören und die Heilung einsetzen. Ich verbat mir das sehr energisch und da war sie wieder dieser latente Aggression. Überflüssig zu bemerken, dass die Blutung auch so aufhörte, die Lippe war nicht durchgebissen und geheilt ist sie auch noch ohne jegliche Narbenbildung.    


Ich hab ebenfalls so ein Buch in meinem Regal stehen über homöopathische Notfallmedizin für Kinder, hab oft darin geblättert, manches ausprobiert, war aber nie so vermessen, mir selber zuzutrauen, welche Potenz in welcher Dosis bei welcher Diagnose denn nun die richtige sei. Diese Entscheidungen wurde nie ohne ärztliche Hilfe getroffen.


Es kann für mich auch nicht der richtige Weg sein, beim kleinsten Zipperlein sofort irgendwelche Arzneien einzuwerfen, auch keine homöopathischen. Wohin uns auch in der Schulmedizin die unkritisch gestreute Antibiotikaeinnahme schon bei einfachen Infekten geführt hat, sieht man momentan u. a. bei der bedrohlichen Entwicklung multiresistenter Keime. Und da muss sich jeder von uns an der eigenen Nase packen lassen und Verantwortung übernehmen!


Die Schulmedizin ist nicht in der Lage, alles zu heilen, die Homöopathie ebenfalls nicht und es ist auch nicht gegen jedes Gebrechen ein Kraut gewachsen. Das ist bitter, aber so ist es nun mal das Leben. 


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