Nachlese Nadelwelt 15. - 17. Mai 2015, Messe Karlsruhe

Auch dieses Jahr haben wir die Nadelwelt in Karlsruhe besucht. Abgesehen vom Verkaufsbereich sind ihre vielfältigen Ausstellungen alleine schon ein ganz besonderer Genuss für uns, weshalb ich mit ihnen meinen Bericht beginnen möchte - Vorsicht, es folgen mehr Bilder als Worte ;).

 

"Bodils Patchwork" von Bodil Gardner:  

Noch im Kassenbereich stehend, wirkte die Farbigkeit der Werke der dänischen Künstlerin wie ein Eyecatcher und zog mich magisch an. Das wie ein Tryptichon angelegte"Girl with a cat" aber blieb das einzige ihrer Werke, welches mir wirklich gefiel, alle anderen waren mir zu unruhig, zu viel Information in ihnen - die aber auf alle Fälle sehr kunstvoll verarbeitet! 

 

"Log Cabin - heute" von Brigitte Morgenroth:  

Ein strenger Gegensatz zur bunten Gardner-Welt die Werke von Brigitte Morgenroth. Weniger plakative Farben so wie bei dem Quilt "Leichtigkeit" in sanfter Blässe, die in ihrer Akuratesse um so mehr überzeugen. Auf dem letzten Foto ein Blick hinter ihre Arbeit, solche Einblicke schätze ich sehr. 

 

"Die Freude des Seins, Stilübungen" von ART-IGRA:

Hier: "Eine Frau nach Ablauf von Nerven" von der ukrainischen Künstlerin Irina Fomina,  deren Ausstellung mich schon im vergangenen Jahr sehr begeisterte. Dieses Bild weckt Assoziationen zu den 1920er Jahren in mir und berührt mich sehr.

 

"Die ROTE Kollektion" von Jana Štěrbová:  

Ein Statement: Fesselnde Textilkunst mit politischer Aussagekraft - Chapeau!

 

"Bruissement d'elles" von Elena Bessières:  

Jacke "Phönix"


Elena Bessières Kleidungsstücke zeugen von feiner und unglaublich femininer & opulenter Kunst - wer würde sich mit ihnen nicht wie aus einem Märchen entsprungen fühlen?! 

Panneau "Shirin"

 

Dieser Wandbehang ist der russischen Mythologie und Volkskunst Loubok gewidmet. Shirin ist halb Frau/halb Vogel.

 

Am nachhaltigsten aber war mir  mit 60 Werken internationaler Künstlerinnen:

 

"Forest For Ever" von Initiatives Évènements/DAI:

11 Jahre besteht nun schon das Stickereiprojekt aus Laghmani/Afghanistan. 2011 entstanden Stickereien in Blattform und mit Blattmotiven, basierend darauf wurde der Wettbewerb "Forest For Ever" ausgerufen, mit den Blättern als Grundmotiv für Gestaltungen. Die Exponate zusammen bilden so einen utopischen Wald, der mahnend an die kritische Lage der Wälder unserer Welt erinnert. Nachfolgend die Bäume, die mich am stärksten beeindruckten:

"Light and Shadow from the trees" von Carmen Huber

"Forest song" von Evy Karatza-Stylaria + group Greece

"Hassina tree" von Francoise Fuhr

"It's not written in stone, but" von Frédérique Ramseier

"The life" von Luca Zagliani

"Symbiosis" von Maria Stoller

"Le baobab du petit prince" von Marie-Claude Sanchez

"Red bird" von Renée Kamphuis-van der Burgh

Für einen umfassenden Überblick zu den Ausstellungen verweise ich sehr gerne auf die informationsreiche Nadelwelt-Homepage.

 

Nun aber genug mit der Kunst und hinüber zur Verkaufsausstellung!

Ja, so ein Männerparkplatz war an diesem 1. Nadelwelt-Tag mit Sicherheit eine der besten Ideen, denn, vielleicht bedingt durch die Tatsache, dass sich dieser durch den vorhergehenden Feiertag als perfekter Brückenurlaubstag anbot, begleiteten viele Männer ihre Frauen: Teils mit Profikameraausstattung, teils mit deutlich überfordertem Gesichtsausdruck.

 

"Hoinz, Hohoinz, wo bische denn schunn wieda?" schalte es so ein bisserl schrill in einem Gang, Hoinz war einer von den letzteren, dem anzusehen war, dass er lieber ganz wo anders gewesen wäre, als da wo er war: Inmitten vieler, vieler Frauen, die sich hier garantiert für eines nicht interessierten: verwirrte Männer ;). 

Auf ins Getümmel also, denn so voll hatten wir die Messe auch noch nicht erlebt. 

 

Was auffiel: Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren waren heuer weniger Wollanbieter mit einem eigenen Stand vertreten. Kein Wunder, mittlerweile gibt es immer mehr Wollfeste und -märkte, aber auch für Nichtnäherinnen lohnt sich der Besuch trotzdem noch immer, wie gleich zu sehen sein wird. 

 

Ich arbeite mich jetzt einfach mal alphabetisch durch meine Fotos hindurch, wenn man die Namen der Aussteller in der Überschrift anklickt, öffnet sich ihre Homepage:

 

acufactum:

Nachwievor sind die Handarbeitsbücher vom actufactum-Verlag für mich die schönsten die es gibt und der Stand ist jedes Jahr einfach nur eine aufs liebevollste dekorierte und ausgestattete Schatzkiste! Sehr fundiert und auch im größten Trubel sehr freundlich, gelassen und hilfsbereit wird man hier beraten und die Entscheidung, was man sich nun eigentlich gönnen möchte, fällt ziemlich schwer. Ich entschied mich für ein Uhren-Materialset, das mir letztes Jahr schon sehr gefiel:  

Eigentlich trage ich ja schon seit mehr als 10 Jahren keine Uhr mehr, uneigentlich geht an dieser für mich aber nichts mehr vorbei. 

 

Atelier der kleine Troll:

Auch der Stand von Frau Spijkerboer gehört für mich zum Nadelwelt-Pflichtprogramm - sie steht für märchenhaften Filz:

In der Mitte des 2. Bildes ist das Objekt meiner diesjährigen Begierde schon zu sehen: Gefilzte Schmetterlinge. Mir erst einmal in die Tasche flattern durften ein Kleiner Fuchs und ein Zitronenfalter:

Mittlerweile haben meine Mutter und ich mit dem Geißklee-Bläuling und dem Nagelfleck schon Nachschub geordert. 

 

Atelier im Kornmesserhaus:

Dieses Jahr meine Anlaufstelle für großlochige Rocailles in Pink, die ich mit einem Strang ebensolcher Wollmeise verstricken möchte:

Auch hier wurde es Pink mit kleinen und kleinsten Glöckchen, dazu Perlmuttknöpfchen.

 

ELLE Tricote:

Mein ganz persönlicher und ausgewiesener absoluter Nadelwelt-Höhepunkt: Traumhafte Strick- und Häkelmodelle von zeitloser Schönheit und Eleganz! Zu gerne einmal möchte ich mit gut gefülltem Geldbeutel den Laden in Strasbourg besuchen ...


Bis das so weit ist, werde ich mehr als einmal an der Strickpackung für diese bezaubernden Stulpen meine große Freude haben:

Meins  ♥:

Sehr geniales Wenderock-Schnittmuster! Aber ich und nähen? Hmmm - sieht in beiden Varianten so toll aus. Ich geh noch mal in mich!

Egal, wann und wo man sie sieht: Immer wieder ein großartiges Erlebnis. Ganz besonders mag ich die Schaf-Faser-Woll-Galerie.

 

Im Bilde:  

Wie zu sehen ist, sieht man vom Stand nicht viel, denn er war ausdauernd stark umlagert, kein Wunder, für mich auch in diesem Jahr kein Vorbeikommen an Garnspulen in unterschiedlichen Größen für z. B. Ohrringe, Ketten, Armbänder, Broschen:

Wunderschöne Modelle, die Lust auf ihr Buch machen und immer gut im Gespräch.

 

Shizuko Kuroha:

Von ihrem Stand konnte sich meine Mutter, die eine große Verehrerin japanischer Künste ist, nur sehr schwer wieder losreißen, was ihr nicht zu verdenken ist. Die Farbwahl mag schlicht erscheinen, ist es aber mitnichten. Große Kunst muss nicht auffallend schrill sein, um zu beeindrucken. Ein ganz und gar wundervolles und sehr nachhaltiges Erlebnis!

 

Fällt gar nicht so einfach, sich jetzt "nur" Knöpfen zuzuwenden, aber hier gibt es so herrlich alte Knopfkarten:

 

Knopf Budke:

 

Lindwurm:

Richtig klasse dieser bunte Häkeljacke - würde ich so sofort auch tragen!


Natürlich gab es noch so sehr viel mehr zu sehen und so folgen hier meine restlichen Bilder hintereinander weg:

 

Auch hier noch einmal mein Hinweis auf den wirklich tollen Internetauftritt der  Nadelwelt Karlsruhe, der nur so strotzt vor Informationen, Bildern, Fakten und Verlinkungen. Klickt Euch einfach mal durch, es lohnt sich.


Zeit auch, hier ein großes "Danke" für die Möglichkeit durch die Messeleitung zu hinterlassen, die Nadelwelt als Bericht erstattende Bloggerin besuchen zu dürfen, es war mir eine große Freude.


Na dann auf nächstes Jahr und die nächste Nadelwelt vom 10. - 12. Juni 2016!

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