Zu süß

Diese Diagnose hat mich völlig unvorbereitet getroffen.


Noch auf dem Weg zum Arzttermin wäre ich jede Wette eingegangen, dass ich definitiv keine Diabetikerin bin. Habe sogar noch mit dem Mitdiabetiker gefrotzelt, dass er danach genau das nicht sein wird: Ein Mitdiabetiker.


Die Einladung zum oralen Glukosetoleranztest sprach meine Ärztin wegen eines Zufallsfunds in meinem letzten Blutwertecheckup aus. Klar, hab ich mitgenommen, war kein Problem, denn ich und Diabetes? Niemals!


Und dann sitze ich da vor ihr und sie erklärt mir, dass ich genau das bin: Eine Diabetikerin,  Typ 2. Sie hat sich Zeit für mich genommen an diesem Nachmittag, hat mir viel erklärt, betont, dass sie hier nicht sitzen würde, um mir Angst zu machen, sondern genau das Gegenteil zu ermöglichen: Meinem Leben eine neue Richtung zu geben. Natürlich spülte in diesem Moment nur eines über mich hin weg: Eine Welle der Angst, alles andere nahm ich wahr und auf, richtig verarbeitet habe ich die Fülle an Informationen erst in den Tagen danach. Die Praxis verließ ich nach einer neuerlichen Blutentnahme zur Bestimmung meines HbA1c-Wertes mit einem Diabetes-Pass und einem Rezept für ein Medikament, das zukünftig meinen Blutzuckerspiegel senken soll. 


Alles in allem bin ich sehr dankbar dafür, dass meine Ärztin diesem einen Blutwert auf den Grund ging, denn mein HbA1c-Wert bewegte sich, noch unbehandelt, in einem unauffälligem Rahmen. Außerdem habe ich das große Glück, im nächsten Monat an einer Diabetes-Studie teilnehmen zu können, für die ich komplett auf den Kopf gestellt werde.


Ich habe sofort damit begonnen, meine Ernährung umzustellen, meine regelmäßige Bewegung ist gesichert, bleibt nur noch die Einstellung auf mein Medikament und damit der nächste Arzttermin wegen der z. T. doch recht heftigen Nebenwirkungen: Magen-Darm, damit zu leben haben mich schon lange meine Allergien gelehrt, aber mit der einhergehenden heftigen Übelkeit kann ich nicht umgehen, die schafft mich wirklich

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Kommentare: 2
  • #1

    Barbara (Montag, 11 Mai 2015 19:00)

    Mensch, Ev - das brauchst du nicht auch noch - und dennoch - Gut, dass du es weißt und lernen kannst, damit zu leben. Ich drücke dich und denke, du kommst auch damit zurecht, denn zu bleibst die Ev, die ich kenne und so sehr schätze und das ist wichtig.

  • #2

    Angela (Dienstag, 26 Mai 2015 14:14)

    Weia! Wie lästig!
    Alle, die ich mit dieser Diagnose kenne, haben sich in klapperdürre Sportnasen verwandelt. Bin ja mal gespannt...
    Alles Gute und liebe Grüße
    Angela