Internationale Filzkunst-Ausstellung "... in Bewegung" - Textilsammlung Max Berk

Seit dem 02.11.2014 und noch bis zum 01.03.2015 ist in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg-Ziegelhausen die Internationale Filzkunst-Ausstellung ... in Bewegung, veranstaltet vom Verein FILZ-NETZWERK e. V. zu sehen.


Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn was mit dem Werkstoff Filz an künstlerischer Bandbreite möglich ist, ist immer wieder auf's Neue ungeheuer faszinierend.

Nicht nur die Exponate an sich sind fesselnd, sondern auch die Lebensläufe ihrer Künstlerinnen, die erstaunlich oft erst - und das meine ich alles andere als uncharmant - in einem höheren Lebensalter der Leidenschaft für dieses Material verfielen. Ich finde es klasse, zeigt es doch, das Kreativität eben nicht nur kraftvoll im Übermut frischer Jugend zu pflücken ist, sondern auch dann, wenn man lebenstechnisch mitten aus dem Vollen schöpfen kann. Und vor allem auch darf - sehr sympathisch!

 

Ich möchte Euch gerne einige der Künstlerinnen nennen, deren Werke uns besonders angesprochen haben - klickt sie an, um mehr zu erfahren & sehen zu können. In der gesamten Ausstellung gab es nur ein Exponat zu sehen, das nicht mit mir gesprochen hat, alles andere aber war wirklich bereichernd. Alle zu nennen, ist nicht möglich, auch nicht nötig, weil es einen hervorragenden begleitenden Ausstellungskatalog mit weiteren Informationen gibt.

 

Das ist als Erstes auf jeden Fall Marjolein Dallinga aus Kanada zu nennen, deren Objekt "Trinity" im Museum auch als Postkarte zu erwerben ist. Ihre Filzarbeit steht in der Ausstellung auf einem Sockel und wenn man davor steht, dann möchte man es tatsächlich am liebsten mit den Händen begreifen. Ihre Objekte wirken so, als würden sie nur einen Moment in Ruhe verharren, um sich dann weiter zu bewegen, dehnen, strecken. Und die Farben erst - in perfekter Symphonie aufeinander abgestimmt.

 

Heidi Retter zeigt einem Wandbehang gleich ihre große Anziehpuppe Evi - logisch, musste ich mir notieren ;) - sie malt regelrecht Filzbilder.

 

Csilla Wenzels vereint in woolfruits 5 - baum der hesperiden in eindrucksvoller Art und Weise zwei Künste miteinander: Filzen und Klöppeln.

 

Anna Gunnarsdóttirs Werk "Message in the sand ist in diesem Link von Bernina in voller Schönheit zu sehen, aber in voller Größe davor zu stehen, ist unbeschreiblich, vor allem auch deshalb, weil es wirklich um einiges größer ist, als man es sich hier vorstellen mag.

 

Im Bernina-Link ist auch u. a. auch das Werk "Incarcerated" der australischen Künstlerin Catherine O'Leary zu sehen, das sich ebenfalls in seiner ganzen Wucht und Intimität erst dann erschließt, wenn man direkt davor steht, es nicht nur auf einer Bücherseite oder hier im Inet sieht.

 

Und nun: Das Wetter von Thyra Holst ist eines der Objekte, das interaktiv zur Bewegung auffordert - meine Mutter war davon ganz besonders fasziniert.

 

Liz Clay zeigt mit "Chevron Pleated Wrap" Filzkunst in höchster Vollendung und Akribie. So zart und doch so stabil! Folgt Ihr diesem Link des Liechtensteinisches Landes Museums und scrollt ganz nach unten, könnt Ihr in selber sehen.

 

Mein ganz persönliches Highlight aber war/ ist der "Breaking Wave Shawl" von Moira Searle. Leider finde ich kein Bild von ihm, aber in dieser Fotoshow auf ihrer HP könnt Ihr einen Eindruck von ihren zauberhaften Arbeiten bekommen und ich schwöre - jedes einzelne dieser Kleidungsstücke, die direkt aus einem Märchen entsprungen scheinen -  von ihnen würde ich so und nicht anders garantiert auch tragen :). Ich liebe es, dass jedes Kleidungsstück alleine schon durch den Fertigungsprozess an sich in Bewegung ist, dass man, je näher man ihnen kommt, immer neue Einzelheiten entdeckt.

 

Tüpfelchen auf dem I ist, dass es von jeder Künsterlin eine kleines Werkstück gibt, das man dann wirklich nicht nur betrachten, sondern auch anfassen kann und darf - grandios!

 

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