Nachlese Nadelwelt 2014

Immer wieder dachte ich daran,  die Nadelwelt 2014, die vom 15. - 17.05.2014 in Karsruhe stattfand, nachzulesen, immer wieder kam was dazwischen, aber heute möchte ich mir doch endlich die Zeit dafür nehmen:

 

Auch in diesem Jahr hatte ich meine Kamera mit dabei, steckte sie aber schnell wieder ein, weil mir die Dame eines Standes so ablehnend mit beiden Händen auf meine Frage, ob ich ein Foto für den Blog machen dürfe, entgegen kam, dass ich beschloss, sie innerhalb des Verkaufsbereichs nicht wieder auszupacken. Komisch diese negative Reaktion, fotografierten doch allenthalben so viele Besucherinnen alles, was ihnen vor die Handylinse kam, ohne das irgend jemand protestierte vor Angst, Urheberrechte könnten so verletzt und übergangen werden. Nun ja, so nah, wie manche Handyfotografinnen immer wieder an Objekte herankamen, lagen Gedanken in diese Richtung mehr als nahe, darauf aber wurde nirgends ablehnend reagiert, zumindest bekam ich es nicht mit.

 

Anyway.

 

Fotografiert habe ich dann doch, aber nur im Bereich der Textilkünstlerausstellungen, die alleine schon für sich den Ausflug nach Karlsruhe gelohnt hätten. Nachfolgend Aufnahme von Exponaten der Künstlerinnen, die mich am stärksten berührten:

 

Ricarda Aßmann

Dieser Quilt beschäftigt sich mit Japan. Erst einmal erfasst man ihn in seiner Gesamtheit von ferne, mit jedem Näherkommen wird er eindringlicher in seiner Botschaft, die er in sich trägt. Im wahrsten Sinne des Wortes begreifbare Kunst. Erst einmal nur ungewöhnlich und schön, dann auch ein Schrei gegen das Unbegreifbare, wie auf dem 2. Bild, das einen Ausschnitt der rechten untere Ecke zeigt, gegen die Urgewalt des Tsunami, der Japan 2011 traf und die grausamen Auswirkungen menschlicher Dummheit und Überheblichkeit. Wer denkt, dass hier "nur" Stoff und unterschiedliche Materialien zusammengefasst wurden - und das scheinbar noch nicht mal akkurat & gerade, der irrt gewaltig und sollte sich tunlichst mit eigenen Augen und Sinnen vom Gegenteil überzeugen.

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Angelika Bimmer komponiert und malt ihre Stoffkunstwerke aus und mit unterschiedlichsten Materialen und unter Zuhilfenahme verschiedenster Techniken, entweder mit der Maschine oder von Hand. Nicht einfach vorbeigehen ist hier die Devise, sondern stehen bleiben und staunen, wie z. B. bei der Detailaufnahme ganz unten links mit dem Schriftzug "Auge". Meine Lieblingsstücke sind die genähten Erinnerungsbilder ganz oben links und die Detailaufname in der 3. Reihe links mit den Schreibfedern.

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Monika Flake abstrahiert und konstruiert Flächen aus einer Unzahl von Stoffstücken, aber sie mixt auch Materialien und steppt in Perfektion, wie bei dem Bild mit dem Pfau zu sehen. Klar, schnörkellos & herrlich!

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Märchen kann man lesen, hören, erzählen. Märchen kann man aber auch sehen - und die Bilder der ukrainischen Textilkünstlerin Irina Fomina sind für mich die genähte Essenz slawischer Märchenkunst, deren Zauber hoffentlich auch diese schlimme Zeiten, durch diese Region momentan gehen muss, nicht zerstört wird.

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Die sehr sympathische und freundliche australische Textilkünstlerin zeigte ihre prachtvollen stofflichen Interpretationen der frühmittelalterlichen Königinnen von Chartres. Sie beschränkte sich aber nicht nur darauf, Erklärungen dazu zu geben, sondern sie verkaufte auch selbstgefärbte und -bedruckte Stoffstücke, an denen sich Interessierte selber daran probieren können. Keine Frage, ein solches Angebot nahm ich gerne an und so werde ich mich irgendwann an der Dame unten rechts ausprobieren.

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Um noch einmal zurück zur Verkaufausstellung zu kommen:

 

Ihren Verlockungen konnte ich natürlich nicht widerstehen, hier meine Einkäufe:

 

 

Am Stand von acufactum  war zu meiner großen Freude auch die Autorin Eva-Maria Maier anwesend, die meine Bestellung aufnahm und mit der einige Worte wechseln konnte. Solltet ihr acufactum noch nicht kenne, dann stöbert Euch doch mal durch ihre Homepage. Die Publikationen von Frau Maier sind meine absoluten deutschen Lieblinghandarbeitsbücher: Unglaublich detailverliebt und liebevoll ausgestattet und mit akkuraten Anleitungen versehen. Eine reine Freude.

Die Neuentdeckung meines Strickjahres war der Stand ELLE TRICOTE von Danièle Dietrich - ihre bezaubernd zarten Tuchkreationen haben es mir besonders angetan und so war es keine Frage, dass ich mit dem Hauch eines Häkeltuches von ihr beginnen werde.

Die hoffentlich dazu passenden japanischen Toho-Perlen (hoffentlich deshalb, weil in der Anleitung gar keine Perlen vorgesehen sind ...) entdeckte ich bei Der Perlenstand, zu dem es mich gar nicht unerklärlicherweise immer wieder zog.

Bei Lichtstube Filzwerkstatt erstand ich 3 Stränge handgefärbter Sockenwolle in wundervoll hellem Türkis.

Bei das Mondschaf folgte mir ein handgefärbter Strang BFL Lace mit einer Lauflänge von 800 m/100g.

Und bei Lana L8 erstand ich bei der Chefin 2 Knäuel Lacy Baby Alpaca von Lanamania mitsamt der Anleitung für die Stola "Sandfliege".

Fazit:

Die Nadelwelt in Karlsruhe ist in ihrer Vielfältigkeit definitiv eine Reise wert, weshalb die nächste vom 15. - 17.05.2015 schon wieder in unserem Kalender steht. Mal sehen, ob wir dann tatsächlich nicht nur zu zweit hinfahren werden ;).

 

Zu guter Letzt möchte ich hier aber doch noch einmal mein Glück versuchen. Wie schon geschrieben, habe ich dieses Jahr einem meiner Ohrringe auf der Nadelwelt verloren. Gleich nachdem er weg war, habe ich intensiv nach ihm gesucht, ihn aber nicht gefunden. Wie konnte ich auch annehmen, dass man so einen wie ihn auch ehrlich abgeben würde?!

 

Da ich diese Ohrringe zu einem besonderen Datum von meiner Mutter geschenkt bekam, hoffe ich aber doch, dass er sich noch finden lässt. Deshalb hier ein Bild von seinem Zwilling:

Sollte er irgendwo aufgetaucht sein, dann kontaktiert mich doch bitte hier über den Blog - ich würde mich mehr als nur darüber freuen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Angelika (Sonntag, 10 August 2014 19:24)

    Liebe Ev,
    danke für den Bericht :-) Was für ein Tuch wirst Du häkeln ? Auf der HP habe ich nichts gefunden, was aber durchaus an meinen äusserst schwach ausgebildeten Französischkenntnissen liegen könnte ;-)

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du den Ohrring wiederbekommst !

    Liebe Grüße
    Angelika von da, wo der Norden aufhört