Die verstrickte Dienstagsfrage 13/2014

Einige der Oberpfälzer Stricklieseln von Ravelry haben sich Gedanken darüber gemacht, warum wohl nach dem Strick-Hype in den 80ern das Stricken in den neunzigern völlig aus der Mode kam. Es wäre toll, wenn das die verstrickte Dienstagsfragen werden würde, denn dann hätten wir noch mehr Antworten auf diese Frage.

 

Wenn wir jemals mit unserer Untersuchung darüber fertig sind, werde ich natürlich darüber berichten und auch dich auf dem Laufenden halten.

Vielen Dank an Sabine für die heutige Frage!

 

Nachdem ich heute mit sehr viel Spaß an lustige Erinnerungen Angelas Antwort auf die verstrickte Dienstagsfrage vom Wollschaf gelesen hatte, habe ich Lust bekommen, auch wieder daran teilzunehmen.

 

Auch bei mir ist das Stricken seit den 70ern nicht aus der Mode gekommen. Leider war es aber so, dass ab Ende der 80er immer mehr Wolleläden wieder schlossen, weil tatsächlich weniger gestrickt wurde. Ich gehe da ganz konform mit Angela, die Mode und die Vorliebe hatten sich geändert und diese fledermausigen Effektwollbombenpullover, die lagen mir so überhaupt nicht. Muster ja, Flauschimauschi nein. Damals nicht anders als heute. Wer mich "gern" hat, darf mir "gerne" reines flauschiges Polygarn schenken, um mir eine "Freude" zu machen ... Ich hatte damals eine Freundin, die übrigens Angelika hieß, die eine Effektwollpullovermeisterin war. Sie strickte komplett ohne Anleitungen und ihre Werke sahen an ihr einfach nur sehr speziell und hinreißend aus, aber, wie gesagt, für mich war das nichts.

 

Internet war noch nicht erfunden und so war man auf Mundpropaganda für Wollquellen angewiesen. Als meine Kinder auf der Welt waren, gab es in KA und LU noch das Wollkänguru, so eine Art Wollediscounter. Die unterschiedlichsten Garnqualitäten lagen auf und in Wühltischen aus und das Motto war "Selbstbedienung" und "wenn weg, dann weg". Hier war man komplett auf sich selber angewiesen, was mich aber nicht gestört hat, denn die Bandbreite der angebotenen Wollqualitäten war wirklich sehr groß und so fand sich auch immer wieder was für mich, z. B. das allererste reine Alapagarn, aus dem ich mir einen Schal gestrickt habe, nachdem ich eigentlich mal suchen sollte ... wo liegt der den nur? Und irgendwo hab ich doch auch noch ein Knäuel von diesem Garn mit seinem Etikett aus Umweltschutzpapier ...

 

In den 80ern, bevor all die tollen Läden wieder schlossen, hab ich aber auch viele andere tolle Garne in tollen Farben verstrickt. Neben Alpaka war auch Seide und Kamelhaar mit dabei - auch der Wolle Rödel war immer einen Besuch wert.

 

In den 90ern gab es immer noch kein Internet und die Bandbreite der angebotenen Garne war eher suboptimal, gestrickt habe ich aber trotzdem, dank den Vorratskäufen aus dem Wollkänguru war auch nach seinem Verschwinden damals schon ein noch recht überschaubarer Stash vorhanden.

 

Ja und allen Fasergöttern sei Dank - dann kam das Internet und eine völlig neue Wollwelt eröffnete ihre Pforten und Möglichkeiten - vielleicht erscheint heute deshalb der Blick in die Zeit davor als so eine woll- und stricklose.

 

War sie aber nicht. Weder bei mir noch bei vielen anderen Strickerinnen, die ich damals kannte.

 

 

 

 

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