Nadelwelt Karlsruhe

In Backnang auf dem Wollfest war es, als Christiane zu mir sagte: "Ev, die Nadelwelt ist ein Paradies" - Paradiese sind immer gut und so fassten das Mütterli und ich kurzerhand den Entschluss, dass wir da unbedingt auch hin wollen, in dieses Paradies. Ein tropisches Eiland muss es für uns beide nicht sein, wir sind da von unseren Interessen her ganz breit gefächert: Natur, Kunst, Genuss, Handarbeit - hach - wie sagt meine liebe Freundin Söckchen immer so treffend: Das Leben ist schön und uns geht es wirklich gut.

 

Christiane hat nicht übertrieben, die Nadelwelt ist ein Inspirationsparadies allererster Kajüte. Besonders für Stoffhandwerkerinnen, letztendlich aber nicht nur für sie, sondern für alle, die kreativ, wie auch immer, an der Faser hängen. Egal, ob Stoff, Filz, Wolle, Nähgarn. 

 

Die Nadelwelt hat natürlich ganz andere Dimensionen wie mein geliebtes Backnanger Wollfest, aber sie wird ja auch unter ganz anderen Voraussetzungen aufgezogen - Messeluft zu schnuppern ist etwas feines.

 

Die Nadelwelt unterteilt sich in drei Bereiche:

 

- den Verkaufsbereich

- den Ausstellungsbereich und

- den Kursbereich.

 

Letzterer war für uns nicht von Interesse, ich erzähle hier lediglich aus dem Verkaufsbereich heraus, über den Ausstellungsbereich werde ich an anderer Stelle berichten. Nur so viel: Mein Header zeigt den Ausschnit aus einem grandiosen Quilt von Willy van de Beek-Oldenhof. Das Tüpfelchen auf dem I der Ausstellung ist, dass man die Möglichkeit hat, direkt mit einigen der Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen. Herrlich! Das ist ein solcher Genuß, von Auge zu Auge, von Ohr zu Ohr erfahren zu dürfen, wie und mit welchem Hintergrund, mit welcher Intention diese Kunstwerke entstanden sind.

 

Die Ausstellung allein wäre jeden Mutter-Tochter-Frauentag-Ausflug wert für uns!

 

Aber zurück zum Verkaufsbereich:

 

Meine Mutter ist eine großartige autodidaktische Näherin, so wie auch ihre Schwester. Beide sind sehr kreativ, beide waren und sind sehr offen für neue Anregungen, neue Techniken. Beide sind wundervolle Handarbeiterinnen, die mir Vorbild sind. Nur eines teile ich nicht mit ihnen: Ich finde einfach keinen Zugang zum Nähen. Meine Lust hängt am wolligen Faden, auch wenn ich immer wieder Ausflüge in andere Bereiche, wie z. B. hin zu Scherenschnitten, unternehme. Bevor ich aber jetzt den Faden verliere, wo war ich? Ach, ja, Stoff! Stoff gibt es bei der Nadelwelt in einer so mannigfaltigen Fülle, dass meine Mutter ganz glänzende Augen bekam und wir beide uns echt zusammenreißen mussten, uns ganz strukturiert und nicht völlig kopflos durch die Messehalle zu bewegen.

 

Es gab ganz leise Stoffe und welche, die bewundert werden wollten, so wie dieser hier auf der rechten Seite mit den Tagpfauenaugen:

 

 

 

Es gab Stoffe mit Eulen, Pilzen, Matrjoschkas, Polkadots, Blumen, Elfen, Muffins und Cupcakes. Glitzernde und einfarbige. Vielfältigste Bücher, Handarbeitszubehör, Kleidung aus Filz und anderen Stoffen, sowieso Filz und Wolle, Wachstuchstoffe, Borten und Bänder und Schnittmuster für jeden einzelnen von ihnen. Patchworkschablonen in allen möglichen Größen und Formen, Schnitte für Pilze, Beutelchen, Taschen, Rücksäcke, Tüten, und, und, und ...

Es gab soviel zu sehen, dass mir das Photographieren ganz schnell keinen Spaß mehr machte, davon abgesehen, war das auch gar nicht an jedem Stand gewollt und so habe ich meine Kamera recht schnell wieder eingepackt, weil sie mich letztendlich nur davon abhielt, alles in mich aufzunehmen. Das macht auch alles gar nichts, denn wenn man diesen Nadelwelt-Link anklickt, kann man sich virtuell von jedem der Stand ein Photo ansehen. Schöne Sache das!

 

Sehr interessant war auch der umfangreiche und große Stand der Handspinngilde, die als Exponat auch einen liebevollen und präzisen Nachbau der von Leonardo da Vinci entwickelten Spinnmaschine zeigte:

Wenn das mal nicht genial ist!

 

Natürlich verläßt man eine solche Veranstaltung nicht ohne eine Tüte voller Schätze sein eigen zu nennen ;).

 

Am Stand von Frau nadel-adel, die ein unglaublich vielfältiges Kursprogramm pflegt, wurde ein Häkelschalset Nr. 6 das meine:

Bei Frau Luft erstand ich eine kleine Handvoll alter Schätzchen:

In das Atelier der kleine Troll habe ich mich vom Fleck weg verliebt - und weil das so ist, wird es hier immer wieder etwas der mich so verzaubernden Flizkunst zu sehen geben - ich sage nur: Blütenlampen!!!

Die Bandweberei Kafka sorgt dafür, dass alte Tradition kunstvoll lebendig bleibt und an der kultigen Rotkehlchenborte kam ich schon deshalb nicht vorbei, weil ich wusste, dass ich meiner Mam damit eine große Freude machen würde:

Bei Lana L8 aus Karlsruhe gab es ITO-Garn in einer Bandbreite zu sehen, wie ich sie noch nie vor Augen und in Händen hatte. Nicht vorbei konnte ich an Washi, dem Papiergarn, das in einem kleinen Dreiecktuch (das grüne rechts oben) verstrickt ausgestellt war. Das möchte ich selbst auch verarbeiten! Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es zusammen mit Kin Gin, dem Lurexgarn, zu einem Dreieckstuch verstricke, ober ob ich einfach noch mehr Washi-Garn für ein Kleidungsstück kaufen werde.

Übrigens: Die nächste Nadelwelt findet vom 23. - 25. Mai 2014 statt.

 

Genau das richtige Ziel für einen unserer nächsten Mutter-Tochter-Frauentagausflüge ;)!

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Kommentare: 1
  • #1

    Karola Pagel-Neuholz (Freitag, 03 Mai 2013 09:04)

    Hallo Ev,

    danke Dir herzlich für den wunderbaren Bericht den Du geschrieben hast.
    Er schreit förmlich danach diese Messe zu besuchen !
    Dir ein schönes Wochenende und noch viele kreative Gedanken,
    es grüßt Dich Karola