Imam bayıldı

Herr Ev ist ein Schatz, denn obwohl es ihn schon schüttelt, wenn er nur daran denkt, welche Konsistenz dieses Gemüse gegart hat, brachte er mir aus einem türkischen Gemüseladen zwei prächtige Auberginen mit.

 

So habe ich für mich ganz allein Imam bayıldı gekocht. Meine einzige Abwandlung: Ich habe die Tomaten-Zwiebel-Knoblauch-Füllung dezent mit einer Ras el Hanout-Mischung gewürzt, die ich in Frankreich gekauft habe. Deren feines Zimt-Aroma harmoniert bestens mit dem gesüssten und frisch gepressten Zitronensaft, mit dem die gefüllte Aubergine betröpfelt wird, bevor sie in den Backofen wandert. Das Rezept dazu stammt aus dem tollen Buch  Als der Döner nach Deutschland kam von Leyla Başer.

 

 

Ich mag Kochbücher, die eine Geschichte haben, etwas vom Leben, der Vergangenheit, von Familien, erzählen und ganz besonders solche, die sich mit der sogenannten Hausmannskost beschäftigen, der gerne nachgesagt wird, dass sie bieder, verstaubt, altmodisch und langweilig ist.

 

Für mich ist sie das absolut nicht, denn in sich trägt Hausmannskost nicht die Jagd nach etwas Besonderem, sondern die Erfahrung von Generationen, die immer wieder aufs Neue probiert haben, ihre Familien mit einfachen und guten Grundnahrungsmitteln so gut wie möglich zu ernähren, was sehr auf- und anregend sein kann.

 

Daumen hoch dafür!

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