Loyalität

Nun am Ende dieses Jahres weiß ich, dass es unter genau dieser Überschrift stand.

 

Ein einziges langes Lehrstück zum Thema Selbstverständlichkeit, Lebenseinstellung, Erwartung, Ziel und Normalität.

 

Dort stehen zu bleiben, aufzuheben, den Mund aufzumachen, wo es sich lohnt für sich selbst. Farbe zu bekennen und eine Linie strikt durch zu ziehen, sie entlang zu schreiten und sich nicht eine Sekunde zu fragen, ob man alleine geht oder nicht. Erst einmal auf sich selbst konzentrieren, sich selbst hinterfragen.

 

Selbst-Bewusstsein entwickeln mit dem gewissen Quentchen Egoismus, das erlaubt, sich selbst im Spiegel anzulächeln. Erst mal nur auf das achten, was mich innerlich bewegt. Mich antreibt. Was ich wünsche. Was ich will. Lernen, mich selbst zu begreifen. In allen Schattierungen. In allen Facetten.

 

Und dann hineingreifen in das Tosen. Mit beiden Händen, drin stehen bleiben und sich abwenden in genau dem Moment, in dem in mir Ruhe einkehrt, an dem ich weiß, dass es der richtige ist. Lächeln. Umdrehen. Und gehen. Ohne noch einmal zurück zu sehen. Denn es ist, es war, genau der richtige. Ich würde immer wieder so entscheiden. Ohne Bedauern. Ohne alles wissen und begreifen zu wollen. Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht - so einfach ist das. Und wer meint, dass er in allem richtig liegt, weil er es jedem recht machen will, vergisst schlicht und einfach die Hauptperson, ohne die das nicht funktionieren kann: Sich selbst. Ja. So einfach ist das.

 

Immer wieder war das dieses Jahr so. Ein endloses Aussieben, Betrachten, Aushalten. Ein Annehmen. Ein Weglegen. Ein Ummichdrehen. Manches hatte ich so oft in meinen Händen, begriff es von allen Seiten, dass ich es endlich ad acta legen konnte, anderes berührten meine Finger als Neuland. Scharfe Kanten, an denen ich mich schnitt. Auch sehr tief. Schmerzlich war das. Aber es hatte auch etwas Reinigendes.

 

Loyalität ist für mich eine der Grundfesten meines Lebens. Loyal sein zu können, eine Ehre. Loyalität beginnt mit L wie Liebe und beide mischen sich zu einer Essenz, die zufrieden macht, ruhig atmen und annehmen lässt. Auch und gerade besonders Neues.

 

Dafür bin ich dankbar.

 

Dafür, dass ich erkennen darf, dass Freundschaft ohne gleichen ist. Dass sie nichts kostet, außer Ehrlichkeit. Dass sie Geben und Nehmen bedeutet. Aber niemals Mut und Unsicherheit. 

 

Wieder ein Jahr mehr.

 

Wie ein neuer Jahresring im Holz und wie ein Stein, der auf einen anderen gelegt wurde und der, wieder ein Jahr später, dem nächsten als Unterlage dienen darf.

 

Steine aufeinander staplen. Auch so eine Lektion in diesem Jahr. Eine sehr lieb gewonnene:

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