Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum meiner Kindheit trug rote Wachskerzen, Lametta und bunte Weihnachtskugeln.

 

Der Weihnachtsbaum meiner Jugendzeit kam in Rot und Weiß daher, trug Selbstgebasteltes und auch mal in Seidenpapier gehüllte Zeltel, wie meine Mutter es aus ihrer Kindheit kannte.

 

Mit Herrn Ev und später auch unseren Kindern, kam der Weihnachtsbaum jedes Jahr in einem anderen Kleid daher: Mal in Blau, mal in Silber, mal mit Äpfeln und Holzschmuck, mal glitzernd und funkelnd, mal mit einem Engel, mal mit einem Federstern auf der Spitze, mal in Orange, mal ganz bunt, mal mit ganz viel Selbstgebasteltem.

 

An einem Weihnachtsfest kam es zu einer fatalen Kettenreaktion:

 

Das kleine Kind hüpfte vor Freude und Begeisterung herum, was den kleinen, dicken Hund erschreckte, was wiederum das kleine Kind erschreckte, ein Schuh flog, der das Muttertier vom kleinen, dicken Hund losrennen ließ, was wiederum das Herzenskätzchen so erschreckte, dass es mitten im Weihnachtsbaum landete, der unter viel Getöse und Geklirre umfiel und sich nahezu in Wohlgefallen auflöste, was wiederum mich so erboste, dass ich ihm in seinem traurigen Restzustand beibrachte, wie auch ein Weihnachtsbaum das Fliegen lernen kann.

 

Liebte ich früher große Weihnachtsbäume und solche, an denen es ganz viel zu entdecken gab, so mag ich sie nun mit jedem Jahr kleiner und schlichter.

 

Am allerliebsten von allen Weihnachtsbäumen, hätte ich gerne einen solchen kleinen und alten mit grünen Nadeln aus Gänsefedern, wie ich ihn im Riesengebirgsmuseum in Poniklá entdeckte:

 

 

Ich wünsche Euch, dass Ihr heute Abend vor Eurem Wunschbaum sitzt.

 

Und ich wünsche Euch ein schönes, friedvolles und ruhiges Weihnachtsfest.

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