Der Harnisch

Ich liebe es, mich von Anleitungen & Anregungen inspirieren zu lassen und manchmal damit meinen ganz eigenen Weg einzuschlagen.

 

Bisweilen wird etwas ganz anderes daraus und manchmal gefällt mir eine Form so, dass ich sie, gerade und besonders bei Handarbeiten, mit einem vollkommen anderen Material ausführe.

 

Genau so ging es mir mit The Hampest von Tiina Huhtaniemi, auf deren Blog TitiTyyn blogi ich zwar kein einziges Wort verstehe, aber manchmal und hier ins Schwarze treffend, sagen eben die kreativen Schwingungen, die ihre Bilder transportieren, mehr als 1.000 Worte.

 

"The Hempest" wurde aus Hanfgarn gearbeitet, das ich zwar auch sehr gerne einmal ausprobieren möchte, was sich bis jetzt aber nicht in meinem Stash findet, so dass ich nur zu bereitwillig gerne auf ein anderes Material ausgewichen bin, nämlich Vorgarn von Evilla.

 

Es ist nicht das erste Mal, das ich Vorgarn verarbeitet habe, aber seit der ersten Maschen, die ich damit anschlug, bin ich diesem Material mit Haut und Haar verfallen. Ich mag den zarten Schafgeruch, die Stroh- und Astfragmentchen, die sich immer wieder darin finden und die zarten Fingerspitzen, die ich beim Stricken davon bekomme. Ein regelrechter Lanolinrausch.

 

Während des Strickens zeigte sich die Struktur des wachsendes Strickstücks als recht bockig, was mir nicht neu, sondern sehr vertraut war und so kam es zu meinem Projektnamen "Der Harnisch".

 

Das Verarbeiten von Vorgarn wird nicht von jedem geschätzt, weil man aufgrund der Zartheit des Fadens, der schnell reißen kann, recht vorsichtig arbeiten muss, was ich wiederum sehr mag, weil es mich zu bewusster Vorsicht und Aufmerksamkeit verpflichtet. Ich kann für mich sagen, dass bei solchen Projekten durchaus der Weg das Ziel ist, der eben auch mal nicht dorthin, sondern auch in die Irre führen kann und wäre aus meinem Harnisch nichts geworden, dann hätte ich zumindest darin die Vorlage für eine Strickfilzarbeit gehabt. Nein, ich nehme mich nicht besonders ernst als Strickerin, wohl aber die Hingabe, eigene Erfahrungen machen zu dürfen.

 

Ich Glückliche, denn mein Harnisch setzte in einer Punktlandung auf:

 

Nachdem ich die Schulternähte häkelnd geschlossen und die Schulter und Halsöffnung mit einer Reihe fest gehäkelter Maschen umrundet hatte, dämpfte ich ihn sehr vorsichtig und zog ihn immer wieder sanft bis zu der Paßform, die er nun hat.

 

Ich bin sehr zufrieden mit ihm, mit mir, mit der Anleitung und der Designerin sowieso.

 

Und weil dieses Annäherung eine, wie schon oben erwähnt, experimentelle war, sind es auch die Bilder. Immer schön mit einem Lächeln an der Intention entlang.

 

Nein, Perfektion allzu ernst zu nehmen, das wird mir wohl nie gelingen. Muss nicht sein für mich. Ich lache lieber.

 

 

Technische Daten:

 

- 255 g doppelfädig verarbeitetes Evilla-Vorgarn, Farbe A-83, gekauft bei Wollsucht, aber dort jetzt nicht mehr im Programm.

- 5er Rundstricknadel

- 5er Häkelnadel

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Kommentare: 2
  • #1

    Angela (Montag, 05 November 2012 19:09)

    Lustiges Teil... Mit Ärmeln wäre es vielleicht besser.
    :-) Aber wie Du da mit dem Brennholz rumfuchtelst, das hat tatsächlich was von einem Kerl, der einen Harnisch braucht...
    Viele Grüße
    Angela

  • #2

    Ev (Montag, 05 November 2012 21:29)

    :) - Holzstapelharnisch!!!
    Allerliebste Dir,
    Ev