Leinenhose-Upcycling

Shopping ist mir ein Gräuel.

 

Es gibt mir ganz und gar nichts zur Entspannung, Umkleidekabinenspiegel mochte ich noch nie und erst recht nicht diesen käsigen Schweißmief, der hinter den Vorhängen lauert. Nee, an solchen Plätzen habe ich noch nicht mal Lust dazu, aus meinen Schuhen zu schlüpfen ... bei solchen Gelegenheiten mutiere ich ganz schnell zur Spaßbremse.

 

Trends sind mir piepe und was übermorgen vorgestern schon nicht mehr schick ist, juckt mich nicht die Bohne. Ich ziehe an, was mir gefällt, wem das nicht gefällt, muss halt woanders hin gucken ;).

 

Logisch also, dass ich Kleidungsstücke, an die ich mein Herz verloren habe, über Jahre trage, bis sie nicht mehr tragbar sind oder ich sie umändere.

 

Ich weiß gar nicht mehr, wieviel Jahre es her ist, dass ich diese rosa Leinenhose unbedingt haben wollte ... daheim vor dem Spiegel dann die große Ernüchterung, weil ich in ihr einfach sehr bescheiden aussah. Ich legte sie in Schrank und vergaß sie dort, bis ich sie letzte Woche völlig ungeplant wieder in den Händen hielt. Ich schlupfte noch einmal in sie hinein: Jawoll, sah noch immer so bescheiden aus wie in meiner Erinnerung und plötzlich hatte ich die Idee, mit der sie ihr Schattenblümchendasein endlich abstreifen konnte:

Her mit der Schere und ab mit den fiesen unteren Hosenbeinen. Die Hosenbeine versäubert, umgebügelt, festgenäht und schon war sie ausgehfertig, meine neue Leinen-Bermuda.

 

Und aus dem linken Hosenbein nähte ich Yoyos und die wiederum auf ein Armband aus einem der Hosenbeinstreifen. Um das Armband verschließen zu können, häkelte ich aus Taschentuchspitzengarn und einer 0,60er Häkelnadel Schlaufen für die Perlmuttknöpfe auf der gegenüberliegenden Seite.

 

Und fertig:

Ruckzuck von einer Enttäuschung zu einem neuen Kleidungsbasic, das viele Kombinationsmöglichkeiten offen lässt. Was will ich mehr? Gar nix!

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