Die Kleinste ist die meinste

Ich mag die Kunst von Stefanie Seltner - ganz besonders ihre klitzekleine.

 

Und die kleinste Prinzessin, die auf dem Knopf, die sie bisher gemalt hat, ist die meine:

Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, warum welche Kunst Euch besonders berührt? Etwas in Euch zum Klingen bringt? Euch fröhlich oder nachdenklich macht? Euch abstößt?

 

Ich finde, es lohnt sich, darüber nachzudenken. Sich die Zeit zu geben, sie auf sich wirken zu lassen, sich von ihr mitnehmen zu lassen.

 

Aus ihrer Kunstpostkarte Mama schläft wurde an einem Sonntagnachmittag bei mir dieses Bild:

Zuerst war da nur die Postkarte und ich sah die Nixe auf ihr und wollte sie haben. Märchen und Sagen rund um Wasserwesen mochte ich als Kind am liebsten. Auch die traurigen und tragischen. Hätte man mich gefragt, was ich sein möchte, wäre es nie die Prinzessin gewesen, nie die strahlende Heldin, immer nur das Wasserweib.

 

Märchen, Sagen und Mythen bauen sich auf Wörtern auf. Aus Wörtern werden Sätze, aus diesen Seiten und Bücher. Eingebettet, gehalten, getragen von und durch Wörter. Wörter können sich nicht verstecken. Erst einmal geschrieben, stehen sie wahrhaftig. Ob sie den Leser mit sich in eine phantastisch magische Welt tragen können, hängt nicht nur von ihnen ab.  

 

Was mich an der Karte bewusst ansprach, war das Motiv, unbewusst noch so viel mehr.

 

Mein Bild verbindet Imagination mit Realität. Das Fundament ist der mit Wortschnipseln rundum bezogene Keilrahmen. Die Zeichnung ist das Paradies der Phantasie, in die das wahre Leben hineingreift, den Fokus bereits leicht aus der Mitte verdrängt hat. Quasi als Seelenbild der Begreiflichkeit der eigenen Geschichte.

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Kommentare: 1
  • #1

    Stefanie (Dienstag, 19 Juni 2012 14:25)

    Liebe Ev,
    es berührt mich sehr, die klitzekleine Prinzessin wieder zu sehen und dann auch noch in diesem wunderbaren Kontext.
    Vielen Dank!
    Wie schön, dass Du dazu anregst, über Kunst nach zu denken und dass Dich die meine inspiriert, selbst ein neues Werk zu schaffen. Beeindruckend.
    Herzlichst, Stefanie