Schräg

Ich liebe es zu stricken. Und doch gibt es vereinzelt aber auch immer Phasen, in denen ich alles Gestrick beiseite lege, mir die Inspiration und Lust an der Handarbeit ein bischen abhanden kommen.

 

In den letzten Wochen war es so, dass ich nur an Patches für meine Squares On The Roll-Decke gearbeitet habe. Die Unaussprechlichen liegen mit dem zweiten begonnenen Knäuel noch immer unaussprechlich unbearbeitet im Projektkorb mit einigen weiteren Schicksalsgenossen.

 

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich hier heute Socken zeigen, mit denen ich letzte Woche begonnen habe, wenn, ja wenn mich nicht gestern beim Öffnen des Schrankes der Drang nach Vorwollegarn zwischen und in meinen Fingern überkommen hätte.

 

Ganz schön schräg bin ich. Ich mag schräge Asymmetrie und aus dem Vorgarn wird Asymmetrie.

 

Inspiriert von der Anleitung von The Hempest, die in mir seit einigen Wochen irrlichtert, habe ich gestern meine eigene Version angeschlagen:

'The Villest' wird sie bei mir heißen, stricke ich sie doch aus zweifädig genommenen Evilla-Vorgarn in der Farbe A-83. Gekauft hatte ich das Garn vor längerer Zeit bei Wollsucht und dort ist es leider nicht mehr im Programm.

 

Vorgarn muss man schon sehr mögen, denn es ist zart, möchte stetig und in Ruhe, ohne Druck verstrickt werden. Kein Problem für mich. Ich mag seinen Geruch, seine feine Textur, in der auch mal Strohstückchen zu finden sind, und den Hauch von Lanolin, der sich beim Verarbeiten über meine Fingerkuppen zieht. Natürlich wird meine Gestrick nicht so fließend werden wie das Original, so wie es jetzt wirkt, wird es mehr von von einem wolligen Harnisch haben. Ich bin mir dessen überaus erfreut bewusst und so spiele ich mit dem Ursprung, variiere ihn und freue mich schon jetzt sehr auf das Ergebnis.

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